56. Hans Tilkowski und das Wembley-Tor

Der 30. Juli 1966, Wembley Stadion in London. Es ist die 101. Minute im WM-Finale zwischen England und Deutschland, in der Fußball-Geschichte geschrieben wird. Nach 90 Minuten hatte es 2:2 gestanden, es ging in die Verlängerung. Über die rechte Seite stürmen die Briten, Hurst donnert den Ball auf das von Hans Tilkowski gehütete Tor, trifft die Torlatte. Die Kugel prallt von der Unterkante auf den Boden, wird dann von Wolfgang Weber ins Toraus geköpft. Schiedsrichter Gottfried Dienst aus der Schweiz befragt seinen sowjetischen Linienrichter Tofik Bachramow, der den Ball hinter der Linie gesehen haben will. 3:2 für England, das schließlich noch einen vierten Treffer erzielt. Doch selbst englische Fans feiern die deutschen Vize-Weltmeister wegen ihrer hervorragenden sportlichen Fairness. Hans Tilkowski, der Borusse im deutschen Tor, bleibt dabei: „Der Ball war nie drin.“ Das Tor, das keines war, ist sein Schicksal: „Seit dem 30. Juli 1966 ist kein Tag vergangenen, an dem ich nicht vom WM-Tor erzählen musste.“