57. Hundebiss im Derby

Plötzlich war der Rausch vorbei. Wie der Blitz schoss es aus dem Nichts auf ihn zu. Es kläffte, fletschte die Zähne, und schon hing es dem nach Luft japsenden Sportler am Bein. Am 6. September 1969 trug sich der legendäre Hundebiss im Dortmunder Stadion Rote Erde zu. Nach einem Tor für Schalke waren jubelnde Gästefans auf den Platz gerannt, und die Ordner ließen die Hunde los. Der fünfjährige Schäferhundrüde Rex packte sich jedoch die völlig unschuldigen Schalker Spieler Gerd Neuser und Friedel Rausch – Letzterer spielte nach einer Tetanusspritze weiter. Zwei Bisswunden am Allerwertesten sind dem späteren Bundesligatrainer als Andenken geblieben. Den Wachhunden der Bundesliga brachte diese Eskapade den Maulkorb ein. Rausch blieb der Spott seiner Berufskollegen. „Es war die Hölle“, sagt er: „Fast in jedem Spiel kam mein Gegner und machte wuff-wuff. Ich war die Lachnummer der Nation.“ Im Rückspiel ließ Schalke-Präsident Günter Siebert übrigens demonstrativ Löwen aus dem Löwenpark Westerholt an der Mittellinie patrouillieren…