67. Die deutsche Vizemeisterschaft (1992)

Dass die Saison 1991/92 für den BVB kein Reinfall war, bestätigten 20 Kapitäne der Fußball-Bundesligisten alleine schon durch ihre Wahl des „Spielers der Saison“. Man einigte sich schnell auf Borussias Stürmer Stéphane Chapuisat, der in der abgelaufenen Spielzeit zwanzigmal ins Schwarze getroffen hatte. Nach einem der spannendsten letzten Spieltage aller Zeiten trauerte Dortmund – und es tanzte, eine Stadt feierte eine Niederlage. Eine bittere – vier Minuten fehlten, 240 Sekunden nach 3416 Spielminuten einer langen Saison. Ein lächerliches Törchen weniger für Stuttgart, und der so schön mit einem Volksfest an der Duisburger Wedau begonnene Tag hätte in einer Orgie des Triumphs geendet. Das Titel-Aus ereilte den BVB am 16. Mai 1992 um 17.12 Uhr: Guido Buchwald traf per Kopf für den VfB, die Borussia war lediglich Meister ehrenhalber. Nicht viel, aber in Dortmund zählte es doch; ungefähr zehn Minuten beherrschte der Schock die sonst hüpfenden Leiber, dann verscheuchte Trotz die kollektive Lähmung. „Wenn wir das verdaut haben, können wir stolz auf unsere Leistung sein“, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld. Er hatte ja so Recht. P.S.: Der Radio-Walkman des Autors dieser Zeilen landete nach Buchwalds Tor vor lauter Frust im Schwimmbecken eines Iserlohner Freibades. Für den damals 15-Jährigen ein ausgesprochen teurer Moment …