71. Beginn des Stadion-Ausbaus

Karten für das Westfalenstadion werden nicht verkauft, sondern vererbt. Spätestens seit der BVB wieder um internationale Ehren spielte, waren fast alle Heimspiele ausverkauft – zumal durch die Einrichtung von Sitzplätzen auf der Nordtribüne 1992 das Fassungsvermögen auf nur noch 43.175 Zuschauer geschmolzen war. Also wurde aufgestockt. In einem ersten Schritt entstanden 1995/96 für 62 Mio. DM Oberränge mit je 6000 Plätzen für die West- und Osttribüne. Danach wurde für rund 55 Mio. DM auch im Norden und Süden ausgebaut. Die Südtribüne wurde mit fast 25.000 Plätzen zur größten Stehtribüne in Europa. Insgesamt war nun Platz für 68.600 Fans und weitläufige Gastronomie-Ebenen. Doch der Ehrgeiz von Präsident Dr. Gerd Niebaum war noch nicht gestillt. Um das Westfalenstadion zur WM 2006 finaltauglich zu machen, wurden am Ende auch die Ecken ausgebaut und 14.499 weitere Plätze geschaffen. Die waren freilich teuer erkauft. Denn die 40 Mio. Euro, die die letzte Baustufe kostete, trugen mit dazu bei, den BVB in finanzielle Turbulenzen zu stürzen.