76. Jörg Heinrich

Jörg Heinrich hat mal 25 Millionen Mark gekostet. Soviel musste der AC Florenz 1998 an Borussia Dortmund zahlen, weil Heinrich beim BVB Nationalspieler war und Gewinner der Champions League (1997), des Weltpokals (1997) sowie der Deutschen Meisterschaft (1996). Ein ganz Großer also. Heinrich, der in der DDR Industriemechaniker gelernt hatte, bekam spätestens jetzt eine westliche Wertvorstellung. 25 Millionen Mark. Zwei Millionen Jahresgage. Zig Millionen Zuschauer am Fernseher, wenn er mittwochs im Europacup spielte. Er galt stets als ein sehr vielseitiger Spieler. Obwohl nominell der Mann für die linke Außenbahn, war er beidfüßig sowie offensiv (24 Bundesligatore in 204 Spielen) und defensiv gleich stark. Mit 30 Jahren kehrte Heinrich anno 2000 für acht Millionen Mark aus Italien zurück ins Ruhrgebiet, wurde 2002 noch einmal Deutscher Meister. Trotz zum Teil mäßiger Leistungen nominierte ihn Teamchef Rudi Völler für die WM 2002 in Südkorea und Japan. Heinrich allerdings verzichtete mit bemerkenswerter Einsicht. Er fühle sich nicht fit genug, teilte der Profi mit. Ein bis heute einzigartiger Vorgang.