91. Der Börsengang

Im Jahr 2000 durchbrach der Dax zum ersten Mal die Marke von 8000 Punkten. Es war die Zeit, als in Deutschland die Börse dem Volk schnellen Reichtum versprach. In jenen Tagen des Rauschs suchte auch Borussia Dortmund auf dem Parkett sein Glück. Der damalige Präsident Gerd Niebaum prophezeite eine neue Zeitrechnung: „Ich bin davon überzeugt, dass die Bundesliga-Landschaft in fünf bis zehn Jahren ganz anders als heute aussieht. Wenn wir als Pionier an die Börse gehen sollten, werden bald auch bei anderen Clubs die Hemmschwellen fallen“. Am 31. Oktober wurden zum ersten Male Aktien des Fußball- Unternehmens gehandelt. Aber nicht die Hemmschwellen der anderen Clubs fielen, sondern die Kurse. 11 Euro betrug der Ausgabekurs der BVB-Aktie. Und jene Anleger, die damals hofften, Geld im Schlaf verdienen zu können, wurden tief enttäuscht. Sie wussten nicht, dass die Kommanditgesellschaft auf Aktien gar keinen anderen Ausweg als die Börse mehr sah, dass der Berg an Verbindlichkeiten schon damals so exorbitant hoch war; dass das Unternehmen wenige Jahre und zwei Kapitalerhöhungen später gar um seine Existenz bangen musste.