Adi Preißler. Jener Akteur, den es nach dem Zweiten Weltkrieg von Duisburg nach Dortmund zog und der als Mannschaftskapitän große Erfolge mit Borussia Dortmund feierte. Neben den zwei legendären Deutschen Meisterschaften 1956 und 1957 führte er die Schwarzgelben zu sechs Westdeutschen Meisterschaften. Sein Sohn Kai Preißler bleibt vor dem Foto stehen. „Das Bild kennt wahrscheinlich jeder Borusse“, sagt er. Es ist das Haus der Familie Preißler, in dem es jeden Gast begrüßt. Dieses Bild dokumentiert die enge Verbundenheit zu seinem Vater, der 2003 im Alter von 82 Jahren starb. Er hörte gerne zu, wenn sein Vater über den Fußball referierte – und das tat er nicht selten. „Fußball und der BVB waren sehr zentrale Themen bei uns zu Hause“, sagt Kai Preißler. Für den Sohn war es eine Selbstverständlichkeit, den Stein seines Vaters auf dem Walk of Fame zu kaufen. „Ich hätte es mir wahrscheinlich selbst nicht verziehen, wenn ich es nicht getan hätte“, sagt er. Die fußballerische Vita Preißlers liest sich beeindruckend. Er war lange Kapitän des BVB, bestritt in der Oberliga West 241 Spiele und erzielte 145 Tore. Dazu kamen 22 Spiele in den Endrunden um die Deutsche Meisterschaft sowie 10 Einsätze (8 Tore) im Europacup sowie ein Einsatz (1 Tor) im DFB-Pokal. Bis heute ist Adi Preißler mit 168 Toren Rekordtorschütze des BVB. 1949 (25 Tore) und 1950 (24 Tore) wurde er Torschützenkönig der Oberliga West.
Gemeinsam mit Alfred Kelbassa und Alfred Niepieklo bildete Preißler ein Sturmtrio, das als „Die drei Alfredos“ gefürchtet war. Auch in der Nationalmannschaft wurde Preißler 1951 zweimal eingesetzt (gegen Österreich und Irland). Als Trainer führte er 1969 die Mannschaft von Rot-Weiß Oberhausen in die Bundesliga. Für Kai Preißler zählen aber nicht nur die fußballerischen Erfolge seines Vaters, sondern auch die Bedeutung des BVB für seine Familie. Er erzählt, wie seine Eltern sich in den 50er Jahren auf dem Trainingsplatz kennen lernten. Der Großvater nahm seine Tochter – Kai Preißlers spätere Mutter – damals gelegentlich mit zum Training, wo sie mit ihrem zukünftigen Mann, Adi Preißler, ins Gespräch kam. Auch Kai Preißler, und da wiederholt sich die Geschichte, lernte seine Ehefrau Sabine beim BVB kennen, als er seinen Vater zu einer Borussen-Weihnachtsfeier begleitete und die ehemalige Bundesliga Handballerin des Klubs kennen lernte. Inzwischen sind sie zu viert mit den Kindern Lauritz und Nele.
Kai Preißler selbst war trotz seiner Begeisterung für den BVB nie aktiver Fußballer. Nach einem Studium der Kommunikationswissenschaft und Germanistik gründete er die PR- und Eventagentur „BRAINSTORM GmbH“ mit Sitz in Dortmund-Sölde. „Basierend auf der genauen Analyse der Unternehmen entwickeln wir ein maßgeschneidertes Kommunikationskonzept, das Grundlage des gesamten Marketings, der Öffentlichkeitsarbeit, Unternehmenskommunikation oder auch Eventplanung wird“, erläutert Preißler. Die Kunden sind größtenteils mittelständische Unternehmen oder Verbände, die auf die Kompetenz der Dortmunder Kreativschmiedebauen. Kai Preißler kann lange über die Vergangenheit seines Vaters und die des BVB referieren. Ein wenig klingen seine Sätze wie ein Plädoyer für die Bedeutung des schwarzgelben Fußballs in Dortmund. Er sagt: „Nirgendwo sonst sind ein Fußballverein und Menschen einer Stadt so eng miteinander verwachsen wie hier.“